Osnabrück-Schinkel (D), kath. Kirche Hl. Kreuz - Vollgeläute

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  • เผยแพร่เมื่อ 1 ต.ค. 2024
  • Der Turm von Hl. Kreuz in Osnabrück-Schinkel beherbergt das älteste Geläut im Stadtgebiet.
    Schon in den 1920er-Jahren bestanden Pläne für eine neue Kirche im Osnabrücker Stadtteil Schinkel. 1928 wurden die ersten Entwürfe angefertigt, von denen jener des Kölner Architekten Dominikus Böhm den Wettbewerb gewann. Im September 1931 wurde er vom Kirchenvorstand mit der Ausführung der Bauarbeiten beauftragt. Die ersten Bautätigkeiten begannen im Mai 1932, die Grundsteinlegung hingegen fand erst am 21.August des selben Jahres statt. Äußerst rasch gingen die Bauarbeiten voran. Ende des Jahres war das Dach fertiggestellt worden. Die Konsekration von Hl. Kreuz wurde am 22.Oktober 1933 durch den damaligen Bischof Dr. Wilhelm Berning vollzogen. Im November 1940 riss ein Tornado das Dach der Kirche fort und schleuderte es auf die umliegenden Häuser. Doch damit nicht genug. Durch Brandbomben wurde Hl. Kreuz im 2.Weltkrieg immer wieder beschädigt. Der Wiederaufbau sollte noch bis 1952 andauern. In den 1960er-Jahren schließlich stand das letzte große Bauprojekt an. Hl. Kreuz hatte bis dahin keinen Turm, was sich jedoch ändern sollte! 1964 wurden die ersten Pläne vorgelegt und Ende August 1965 begannen die Bauarbeiten. Im Jahre 1966 war der Turm fertiggestellt. 1972 erfolgte eine 10 Wochen andauernde Innenrenovierung von Hl. Kreuz. Hierbei wurden auch grundlegende Umgestaltungen im Innenraum vorgenommen. Ihrer Entstehungszeit entsprechend ist die Ausstattung der Kirche sehr schlicht. Ein Blickfang ist die Fensterrose an der Ostseite. Davor befindet sich eine Orgel der Orgelbaufirma Rohlfing, welche zwischen 1956 und 1981 in mehreren Etappen gebaut wurde. Zuletzt war es die Orgelbaufirma F. Reil aus Dorsten, welche das Pedal- und das Hauptwerk mit einem Gehäuse versah und noch fehlende Register ergänzte.
    Der wertvollste Besitz von Hl. Kreuz sind ohne Zweifel die beiden Glocken. Sie stammen ursprünglich aus dem Osnabrücker Dom. Die ältere der beiden wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahre 1266 von Jacob de Croisilles gegossen. In diesem Jahr schuf dieser Meister aus dem Norden Frankreichs für den Dom zu Osnabrück eine Marienglocke, die jedoch 1639 von François Hemony umgegossen wurde. Von der äußeren Gestaltung her ist die Glocke von Hl. Kreuz einer im Jahre 1943 zerstörten, ebenfalls von Jacob de Croisilles gegossenen Glocke in St.Peter in Aachen so ähnlich, dass bezüglich des Gießers (und auch des Gussjahres) keinerlei Zweifel mehr bestehen. Vermutlich handelt es sich bei der Glocke in Hl. Kreuz um das letzte erhaltene Werk dieses vielbeschäftigten Meisters. Die zweite Glocke im Bunde ist der hl. Regina geweiht und wurde 1485 von Gerhardus van Wou gegossen. Van Wou schuf im Juli und November 1485 sowie im Januar 1486 ein 4-stimmiges Geläut für den Osnabrücker Dom, welches jedoch, bis auf die Reginenglocke, im Laufe der Zeit vollständig verlorenging. Als der Dom in den 1930er-Jahren ein neues Geläut der Fa. Petit & Gebr. Edelbrock aus Gescher erhielt, passten die beiden Glocken nicht mehr in das Geläutekonzept und wurden nach Schinkel verkauft. Dort wurden sie zuerst in der Rosenkranzkirche eingelagert, ehe sie nach Hl. Kreuz kamen und zusammen mit einer neuen, im Jahre 1937 von Petit & Edelbrock gegossenen großen Glocke erstmals erklingen konnten. Damals hingen sie noch in einem eigens errichteten Glockenhaus. Die große Glocke wurde im 2.Weltkrieg konfisziert und eingeschmolzen. Im Juni 1966 wurden die beiden vorhandenen Glocken in den neuen Turm aufgezogen und verrichten dort seither, übrigens noch im originalen Holzglockenstuhl von 1937, ihren Dienst. Ein schönes und unverwechselbares Duett aus Glocken, wie sie unterschiedlicher wohl kaum sein könnten!
    Reginenglocke, Schlagton e'-2, Gewicht ca. 950 kg, Durchmesser 1179 mm, gegossen im Jahre 1485 von Gerhardus van Wou.
    Sine nomine, Schlagton gis'-8, Gewicht ca. 730 kg, Durchmesser 1068 mm, gegossen im Jahre 1266 von Jacob de Croisilles.
    Herzlichen Dank an den Pfarrer sowie an den Kirchenvorstand für das Sondergeläute und die Aufnahmeermöglichung!
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ความคิดเห็น • 20

  • @nurnbergerglockenfreund
    @nurnbergerglockenfreund 8 ปีที่แล้ว

    zwei richtig schön klingende Glocken! ;-)

  • @Stormklok
    @Stormklok 8 ปีที่แล้ว

    Höchst, interessant solche alte Glocken in einer moderne Kirche zu finden. Und eine wahre Entdeckung zu sehen dass de Croisilles auch Glocken in Deutschland gegossen hat. Und jetzt lese ich dass de Croisilles auch Glocken für Aachen gegossen hat, aber das weißt du wahrscheinlich schon.

    • @Engerlingraucher
      @Engerlingraucher  8 ปีที่แล้ว +1

      Anscheinend ist Jacob de Croisilles damals von Süd nach Nord gewandert. 1262 hat er mindestens zwei Glocken für St.Peter in Aachen gegossen (laut Inschrift "JACOBUS DE CROISILLES NOS FECIT"; die Glocke ist 1943 zerstört worden), dann vermutlich im Jahre 1264 auch Glocken für den Dom zu Münster (davon hingen dort noch 2 Stück bis zum 2.Weltkrieg; kurz vor Kriegsende 1945 zerstört) und schließlich 1266 für den Dom zu Osnabrück. Also hatte dieser Gießer damals anscheinend einen guten Ruf... ;-)

  • @mrtoastbrot5116
    @mrtoastbrot5116 8 ปีที่แล้ว

    Jetzt noch eine Glocke im Ton b, und das Geläut wäre noch besser... :-)

    • @Engerlingraucher
      @Engerlingraucher  8 ปีที่แล้ว

      Naja, ob es dann noch besser wäre wage ich zu bezweifeln... So wie es jetzt ist reicht es auch vollkommen für die Bedürfnisse der Kirchengemeinde aus. :-)

  • @glockengambe
    @glockengambe 8 ปีที่แล้ว

    Das Dütt aus VW und Anonymus ist doch sehr ohrerfreuend, die kernige Große und die zärtere ältere Kleine ergänzen sich vorzüglich. Und beim Anblick des Turmes und der Kirche käme ich nie auf die Idee, solches hier vorzufinden! Eine schöne Entdeckung, die du in Film und Aufnahme verwandelt hast.

    • @Engerlingraucher
      @Engerlingraucher  8 ปีที่แล้ว

      Van Wou und De Croisilles... ;-) Ja, die beiden Glöckskes passen doch recht gut zueinander, obwohl sie so gesehen völlig unterschiedlich sind.

    • @glockengambe
      @glockengambe 8 ปีที่แล้ว

      Ah, une Française, c'est bon! Den anonymen Status hatte ich wegen Dennis' Video im Unterkopf...;P

  • @Friedensglocke
    @Friedensglocke 8 ปีที่แล้ว

    Nettes Duett! :-)

  • @Prianteltix
    @Prianteltix 8 ปีที่แล้ว

    Na, da müssen aber noch unbedingt ein d', ein h° und ein g° rein. Es muss ja alles so sein, wie in der Schweiz. ;-)))
    Spaß beiseite: Dieses Duett dürfte in Deutschland einzigartig sein. Für mein Geschmack finde ich die kleine Glocke noch besser, als die große. Diese ist natürlich auch nicht schlecht. Auch die Anlage gefällt mir, aber diese Ziehhämmer mag ich gar nicht.

    • @Engerlingraucher
      @Engerlingraucher  8 ปีที่แล้ว

      Na, also wenn, dann bitte doch ein Gesamtgeläut in der Dispo e° gis° h° cis' e' fis' gis' h'... ;-))
      Die kleine Glocke gefällt mir persönlich auch besser als die von Van Wou. Der Schlaghammer ist übrigens außer Betrieb, da er beim Zurückfallen auch immer mit der Rückseite die kleine Glocke touchierte...

    • @Prianteltix
      @Prianteltix 8 ปีที่แล้ว

      Das dürfte auch reichen. Hauptsache, der Turm ist voll. ;-)
      Das wundert mich bei diesen Hämmern allerdings auch nicht, auch wenn der Doppelschlag bestimmt interessant gewesen wäre. ;-)

    • @Engerlingraucher
      @Engerlingraucher  8 ปีที่แล้ว

      Nach oben hin wäre dann noch Platz für ein 32-stimmiges Zimbelgeläut... ;-)
      Ich bin kein Freund dieser HEW-Hämmer. Wenn die Feder falsch eingestellt ist kann das fatale Folgen für die Glocke haben...

    • @Prianteltix
      @Prianteltix 8 ปีที่แล้ว

      Werden diese Hämmer überhaupt noch von HEW produziert? Wirklich modern ist das ja nicht mehr.

    • @Engerlingraucher
      @Engerlingraucher  8 ปีที่แล้ว

      Ja, das ist (leider) nach wie vor das Standardmodell von HEW...

  • @Osnabruecker_Glocken
    @Osnabruecker_Glocken 8 ปีที่แล้ว

    Dein erstes Video aus Osnabrück. Super gemacht! :-)